Project Description

Requiem in Calw und Toul 2016

mit dem Chor des Maria-von-Linden Gymnasium Calw

Wahres Mammut-Projekt ganz ausgezeichnet gemeistert

Calw. Ohne Übertreibung darf man es ein Mammut-Projekt nennen, das gemeinsame Konzert des Mittel- und Oberstufenchores sowie des Projektchores des Maria von Linden-Gymnasiums (MvLG) und des Jugendsinfonieorchesters mitsamt Kammerorchester aus Altensteig am Samstag in der Calwer Stadtkirche. Die Akteure der musikalischen Kooperation brachten das „Requiem“ des 1945 geborenen Engländers John Rutter und das auf einem Gedicht von Walt Whitmann basierende Werk „Toward the Unknown Region“ des ebenfalls zeitgenössischen britischen Komponisten Ralph Vaughn Williams zur Aufführung.

Rund 250 Akteure

Rund 250 Sänger und Musiker füllten den Altarvorraum und den Chor der Stadtkirche, und in den Bänken und auf der Empore herrschte nicht minderes Gedränge. Einige Konzertbesucher haben Anfahrtszeiten von zwei Stunden in Kauf genommen, um dieses „Event“ (O-Ton einer teilnehmenden Bassistin) zu erleben. Rutter schuf mit seiner siebenteiligen Komposition ein „Requiem of our time“, das nach einem ausgesprochen düster-beklemmenden, von dumpfen Paukenschlägen dominierten ersten Satz schnell in eine friedlich-tröstliche Stimmung wechselt.

Der Komponist orientiert sich bei seinen Melodien ein bisschen am modernen Musical- und Pop-Stil, der nach dem düsteren Beginn wie ein musikalischer Sonnenstrahl in die beklemmende Dunkelheit bricht. Stefanie Holder, Musiklehrerin und Chorleiterin am MvLG, dirigierte das riesige Ensemble aus aktuellen und ehemaligen Schülern, Lehrern, Eltern sowie weiteren Musikern und Sängern mit sicherer Hand und großem körperlichen Einsatz. Der vielstimmige Chor artikulierte die teils englischen, teils lateinischen Sätze des Requiems akkurat und machte so die Klangfülle zusammen mit dem ebenfalls aus einem Guss agierenden Orchester zu einem ungetrübten Genuss.

Besonders in den leiseren Passagen, bei den Cello- und Oboensoli sowie den Solo-Sopran-Partien war zu spüren, wie Orchester und Chor das Publikum gefangen nahmen. Die Gedichtvertonung beginnt tastend, als sei man auf der Suche nach einem Weg und nimmt ihren Lauf mit nicht enden wollenden Steigerungen sowie Höhepunkten bis zum feierlichen Abschluss und dem Aufschrei des Chores „O soul“.

Ergriffene Stille

Für einen Moment herrschte ergriffene Stille im erhabenen Kirchenraum, bevor sich großer Applaus und anerkennende Bravo-Rufe mischten und viele der Zuhörer mit Standing Ovations diese enorme schul- sowie städteübergreifende Gemeinschaftsleistung würdigten.

Als nach dem Konzert die Anspannung von den Akteuren abgefallen war, war vielfach von ihnen zu hören, wieviel Freude es macht, bei solchen musikalischen Projekten dabei zu sein: „Wer einmal dabei war, der will immer wieder dabei sein.“

Als Einstimmung zu Beginn des Konzerts war der Chart-Hit „The Hanging Tree“ aus der Film-Triologie „Die Tribute von Panem“ zu hören gewesen. Verantwortlich für die Leitung und Einstudierung des Konzerts zeichnen auf Seiten des MvLG neben Dirigentin Stefanie Strobel noch Michael Hochsprung. In Altensteig engagierten sich beim Jugendsinfonieorchester (das gemeinsame Orchester von Musikschule und Christophorus-Gymnasium) und dem Kammerorchester Jutta Hay, Renate Harr, Wolfgang Mücke, Diana Dobers und Danuta Platschko. Als Solisten traten Valentin Harr (Violincello) sowie Lea Blaich und Solange Komenda (beide Sopran) auf.

Nach dem Konzert war zudem auch vor dem Konzert, denn die Akteure traten gleich am Sonntag ein zweites Mal in der Stadtkirche auf. Ein besonderer Höhepunkt wird für alle, die vor und hinter den Kulissen des Projektes ehrenamtlich und viel in ihrer Freizeit mitgewirkt haben, der Auftritt in der Kathedrale im französischen Toul in der Nähe von Nancy am 30. April.

(Artikel von Schwarzwälder-Bote 01.02.2016)

Mit großer Musik die Freundschaft gepflegt

Altensteig/Calw/Toul. Schon vor zwei Jahren waren junge Musiker aus Altensteig und Calw-Stammheim auf Initiative des Lions-Club Bad Wildbad und der Clubs der Region Toul gemeinsam auf Konzertreise in der lothringischen Stadt. 2014 feierte man mit der Aufführung der „Friedensmesse“ von Karl Jenkins einen großen Erfolg.

Nun machten sich 250 Musiker aus Calw und Altensteig erneut in die französische Stadt auf und bescherten den Zuhörern in der imposanten und mit 1200 Besuchern voll besetzten Kathedrale St. Etienne ein besonderes Konzerterlebnis. Unter der Leitung von Stefanie Strobel, Jutta Hay und Wolfgang Mücke spielten die Musiker und Choristen des Jugendsinfonieorchesters des Christophorus-Gymnasiums und der Musikschule Altensteig, des Kammerorchesters Altensteig und des Chors des Maria-von-Linden-Gymnasiums Calw-Stammheim Werke von James Newton Howard, Moritz von Woellwarth, Anton Bruckner, John Rutter und Ralph Vaughan Williams.

Wie schon vor zwei Jahren stand auch jetzt wieder ein Requiem im Zentrum der Aufführung unter der Gesamtleitung von Stefanie Strobel. John Rutter schrieb dieses Requiem 1985 und vertonte dafür einige Texte aus dem „Book of Common Prayer“ der anglikanischen Kirche aus dem Jahr 1662. Das Publikum lauschte ergriffen den dargebotenen Gegensätzen von Dissonanz und Harmonie, Tod und Auferstehung und tauchte bei den von zwei Solistinnen aus dem Chor dargebotenen Partien für Sopran vollends in die Welt dieser intensiven Musik ein.

Stimmungsvoll eingeführt wurde mit einer Motette von Anton Bruckner, bearbeitet für Bläserensemble. Unter Leitung von Wolfgang Mücke beeindruckte die Bläsersinfonietta der Musikschule Altensteig mit einem homogenen Klangbild und hervorragender Intonation.

Eine Besonderheit war die Uraufführung des von Moritz von Woellwarth, dem Musikschulleiter in Altensteig, extra für die Kathedrale und das Jugendsinfonieorchester komponierten Werkes „Offen und weit“, welches er auch selbst dirigierte. Im Zentrum dieser neuen Komposition stand das Bestreben, den Klang des Jugendsinfonieorchesters in der Kathedrale von Toul sprichwörtlich „offen und weit“ klingen zu lassen, wozu die großzügige und wunderbare Architektur wie geschaffen war. Moderne ästhetische Ansätze aus der Jazzkomposition wurden kombiniert mit den Schülern vertrauten Spieltechniken und Klangfarben. Mit dem hochromantischen Werk „Toward the unknown region“ von Ralf Vaughn Williams, das in der Urgewalt seiner Schlussapotheose die Kathedrale erbeben ließ, beendeten die Musiker aus dem Kreis Calw das Konzert. Standing Ovations und nicht enden wollender Applaus waren der Lohn für ein arbeitsreiches und hochmusikalisches Wochenende, welches die zum Teil noch sehr jungen Ausführenden mit großem Engagement und Leidenschaft meisterten.

Nächtliches Menü im Kreuzgang der Kathedrale

Dafür, dass das Wochenende nicht nur musikalisch ein großer Erfolg war, hatten die Lions Clubs aus Pompey-Liverdun, Pont à Mousson, Verny-Val de Seille und Toul gesorgt. Die hatten keine Mühen gescheut, den Aufenthalt der Musiker so angenehm wie möglich zu gestalten.

Mit einem nächtlichen Menü im Kreuzgang der Kathedrale fand der besondere Konzert-Abend seinen Abschluss. Viele deutsch-französische Freundschaften konnten dabei geknüpft oder weiter vertieft werden.

(Artikel von Von Schwarzwälder-Bote 10.05.2016)

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